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Die Biker kommen – Sammy

„Wer soll dir schon helfen?“, fragte Kevin und lachte, während Lea weinend an der Wand der Sporthalle stand.

Die neunzehnjährige Schülerin besuchte ein Berufskolleg in Dortmund. Sie war ruhig, freundlich und arbeitete nach dem Unterricht in einem kleinen Café, um ihre Mutter finanziell zu unterstützen.

Doch genau das machte sie für Kevin zum Ziel.

Der beliebte Handballspieler verspottete ständig ihre alten Schuhe, ihren gebrauchten Rucksack und die Tatsache, dass ihre Familie nicht viel Geld hatte.

An diesem Freitagnachmittag trieb er es zu weit.

Mitten in der Sporthalle stellte er sich Lea in den Weg.

„Na los! Ruf doch jemanden an!“, höhnte er. „Oder hast du niemanden?“

Lea senkte den Blick.

Ihr Vater war vor acht Jahren bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Seitdem hatte sie gelernt, mit vielem allein zurechtzukommen.

Aber sie war nicht so allein, wie Kevin dachte.

Plötzlich öffneten sich die großen Türen der Sporthalle.

Draußen standen fünf schwere Motorräder.

Ein großer Mann mit grauem Bart, schwarzen Lederstiefeln und einer Motorradweste betrat die Halle. Hinter ihm folgten vier weitere Männer.

Das Gelächter verstummte.

„Lea?“, rief der Mann. „Ist alles in Ordnung?“

Als Lea ihn erkannte, brach sie in Tränen aus.

„Onkel Thomas!“

Sie lief zu ihm und umarmte ihn fest.

Kevin wurde blass.

„Wer sind Sie denn?“, fragte er unsicher.

Thomas sah ihn ruhig an.

„Ich bin Leas Patenonkel. Und ich kenne ihre Geschichte.“

Was Kevin nicht wusste: Thomas war der beste Freund von Leas verstorbenem Vater gewesen. Vor dessen Tod hatte er versprochen, immer auf Lea aufzupassen.

Am Morgen hatte Lea ihm endlich erzählt, was an der Schule geschah.

Thomas hatte daraufhin nicht nur seine Freunde angerufen, sondern auch einen Termin mit der Schulleitung vereinbart.

Er holte sein Handy heraus und zeigte Nachrichten, Fotos und Aussagen weiterer Betroffener.

„Wir sind nicht hier, um Streit anzufangen“, sagte Thomas. „Wir sind hier, damit das endlich aufhört.“

Kurze Zeit später erschien die stellvertretende Schulleiterin.

Kevin wurde zu einem Gespräch gebeten.

Als Lea später neben Thomas zu den Motorrädern ging, fragte sie leise:

„Glaubst du, Papa wäre stolz auf mich?“

Thomas lächelte traurig.

„Er wäre unglaublich stolz, weil du den Mut gefunden hast, Hilfe anzunehmen.“

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