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Der zerstörte Geburtstag – Sammy

Lisa hatte sich für ihren neunzehnten Geburtstag nur eines gewünscht: einen ruhigen Nachmittag mit ihrer besten Freundin. Doch wenige Sekunden bevor sie ihre Geburtstagskerze ausblasen konnte, wurde ihr schönster Moment zum Albtraum.

Die junge Frau besuchte ein Berufskolleg in Köln. Seit dem Tod ihrer Mutter im vergangenen Jahr hatte sie sich zunehmend zurückgezogen. Große Feiern konnte sie sich ohnehin nicht leisten.

Deshalb hatte sie von ihrem Nebenjob in einer Bäckerei etwas Geld zurückgelegt und einen kleinen Geburtstagskuchen gekauft.

Ihre beste Freundin Marie saß neben ihr auf einer Holzbank im Schulgarten.

„Los, Lisa! Wünsch dir etwas!“, sagte Marie lächelnd.

Lisa schloss die Augen.

Doch plötzlich ertönte hinter ihr eine höhnische Stimme.

„Ist das etwa deine Geburtstagsparty? Wie peinlich!“

Es war Vanessa, die beliebteste Tänzerin der Schule.

Noch bevor Lisa reagieren konnte, war der Kuchen zerstört. Weiße Creme klebte auf ihrem Gesicht. Vanessa lachte und zückte ihr Handy.

„Das muss ich aufnehmen!“

Lisa saß regungslos da.

Der kleine Kuchen war das Einzige gewesen, worauf sie sich seit Wochen gefreut hatte.

Marie stand langsam auf.

„Lösch das Video.“

Vanessa grinste. „Warum? War doch nur ein Spaß.“

„Du hast keine Ahnung, was du gerade getan hast.“

Vanessa trat näher und wollte Marie einschüchtern. Doch Marie wich nicht zurück. Als Vanessa ungestüm weiterging, stolperte sie über die Bankkante und landete auf der Wiese.

Die Umstehenden schwiegen.

Marie beachtete sie nicht mehr. Sie setzte sich neben Lisa und wischte vorsichtig die Creme aus ihrem Gesicht.

„Tut mir leid“, flüsterte Lisa.

Marie schüttelte den Kopf. „Du musst dich für gar nichts entschuldigen.“

Was Vanessa nicht wusste: Lisa hatte den Kuchen nach dem alten Rezept ihrer verstorbenen Mutter backen lassen.

Als die Mitschüler das erfuhren, veränderte sich die Stimmung schlagartig.

Am Abend klopfte es an Lisas Zimmertür.

Draußen standen zwölf Klassenkameraden. Einer hielt einen neuen Kuchen, ein anderer eine Schachtel mit Kerzen.

Und auf der ersten Seite einer handgeschriebenen Karte stand ein Satz, der Lisa endgültig zum Weinen brachte.

„Du bist nicht allein. Und heute feiern wir dich.“

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