Das Erste, was ich hörte, war Gelächter.
Dann kam das Wasser.
Ein kompletter Eimer ergoss sich über meinen Kopf.
Meine Haare, mein Pullover und meine Hose waren innerhalb von Sekunden durchnässt.
Lara stand hinter mir und hielt den leeren Metalleimer.

„Vielleicht lernst du es jetzt endlich.“
Die Menschen im Café starrten uns an.
Niemand wusste, was er tun sollte.
Lara und ich hatten uns beide auf dasselbe begehrte Praktikum beworben.
Ich hatte die Stelle bekommen.
Seitdem war sie überzeugt, ich müsse betrogen oder Beziehungen benutzt haben.
Beides stimmte nicht.
„Bitte“, sagte ich. „Ich habe dir nichts getan.“
Sie beugte sich dichter zu mir.
„Dann merk dir, wo dein Platz ist.“
Als wäre der Eimer nicht genug gewesen, nahm sie auch noch ein Glas vom Tisch und goss das Wasser über meinen Hinterkopf.
Da konnte ich die Tränen nicht mehr zurückhalten.
Nicht wegen des Wassers.
Sondern weil ein ganzer Raum voller Menschen zusah.
Lara legte ihre Hand an meinen Kopf.
„Hier wird dir sowieso niemand helfen.“
Dann färbte sich die Glasfront plötzlich blau.
Ein Polizeiwagen hielt vor dem Café.
Zwei Beamte kamen herein.
Doch als ich den Mann hinter ihnen sah, blieb mir der Atem weg.
Mein Vater.
Für die meisten Menschen war Thomas Wagner einer der ranghöchsten Polizeibeamten der Stadt.
Für mich war er der Vater, der eigentlich schon zwanzig Minuten früher mit mir Mittag essen wollte.
Sein Blick fiel auf meine nassen Sachen.
Auf den Eimer.
Dann auf Laras Hand.
Er ging direkt hinter sie.
„Nehmen Sie sofort Ihre Hand von meiner Tochter.“
Lara erstarrte.
Ihr Gesicht wurde blass.
Noch wenige Sekunden zuvor hatte sie mir erklärt, niemand würde mir helfen.
Jetzt stand mein Vater direkt hinter ihr.
Und zwei Polizeibeamte hatten den letzten Teil der Szene selbst gesehen.