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Das kleine Geschenk – Sammy

„Wer würde denn so einen billigen Mist geschenkt bekommen wollen?“ Ben lachte laut und hielt das kleine Geschenk hoch, während Clara verzweifelt versuchte, es zurückzubekommen.

Die neunzehnjährige Schülerin stand mitten im Flur eines Berufskollegs in Frankfurt. In ihren Händen zitterte eine weiße Schachtel mit einer roten Schleife.

Sie hatte drei Wochen dafür gespart.

Clara war keine beliebte Schülerin. Sie trug einfache Kleidung, eine große Brille und arbeitete nachmittags in einem kleinen Café.

Ben dagegen war ein gefeierter Sportler.

Er liebte es, andere vor Publikum kleinzumachen.

Als er Clara mit dem Geschenk sah, konnte er sich einen Kommentar nicht verkneifen.

„Was hast du denn da? Einen Schatz aus dem Ein-Euro-Laden?“

Seine Freunde lachten.

Clara senkte den Blick. „Bitte gib es mir zurück.“

Doch Ben hielt die Schachtel über ihren Kopf.

„Spring doch! Vielleicht kommst du dran!“

Plötzlich schob sich jemand durch die Menge.

„Gib ihr das Geschenk.“

Es war Jana, eine zwanzigjährige Schülerin aus dem Abschlussjahrgang.

Ben grinste. „Ach, und wer bist du? Ihre Bodyguardin?“

Jana blieb ruhig.

„Nein. Jemand, der genug von deinem Verhalten hat.“

Ben trat auf sie zu. Doch als er versuchte, an ihr vorbeizukommen, stolperte er über einen herumliegenden Rucksack und landete auf dem Boden.

Die Schachtel fiel neben ihn.

Jana hob sie auf und gab sie Clara zurück.

„Ist alles in Ordnung?“

Clara nickte, doch plötzlich liefen ihr Tränen über die Wangen.

„Das Geschenk ist für meine beste Freundin“, flüsterte sie.

Jana öffnete vorsichtig den Deckel.

Darin lag ein schlichtes Silberarmband. Auf der Innenseite stand:

„Du bist nicht allein.“

Claras Freundin hatte gerade eine schwere Krankheit überstanden. Das Armband sollte sie daran erinnern, wie viel ihre Freundschaft bedeutete.

Als Jana die Geschichte hörte, wurde sie still.

Sogar einige von Bens Freunden senkten beschämt den Blick.

Später brachte Clara das Geschenk ins Krankenhaus, wo ihre Freundin zu einer letzten Untersuchung war.

Als diese die Gravur las, begann sie zu weinen.

„Wie hast du dir das leisten können?“

Clara lächelte.

„Mit vielen Nachtschichten. Aber für dich war es jede Minute wert.“

Und in diesem Moment wusste sie, dass Ben niemals verstehen würde, worauf es im Leben wirklich ankam.

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